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Inszenierung: Ralf Hocke
Bühne: Thomas Mogendorf
Kostüme: Barbara Schwarzenberger
Tash: Anne Clausen
Hen: Julia Kunze
Gloria: Regula Fischbach
Quiek: Jan Henning Kraus
Nathan: Jan-Hinnerk Arnke
Al: Jörn Bregenzer
Marvin: Peter Kampschulte
Sex and the City können vermintes Gelände sein, das weiß Tash, eine schnoddrige Hochdruck-Single-Frau um die Dreißig, zur Genüge. Sie verbringt die Nacht mit Quieck, der gerne zum Frühstück bleiben würde, doch Tash frühstückt nicht. Sie ist mit ihrer besten Freundin, der zarten Hen mit fremdgehendem Dauerfreund, verabredet. In einer Szene-Bar erzählt sie ihr von ihrem jüngsten One Night Stand. Wie immer hört Hen, hochschwanger, fassungslos zu. In Gedanken ist sie bei ihrer eigenen Beziehung mit Al, einem Bauarbeiter, und grübelt, ob sie Al wirklich heiraten soll. Nach sechs Jahren ist man im Leerlauf der ewigen Gefühls-Geplänkel angekommen. Tagsüber arbeitet Hen in einer Beratungsstelle, wo sie Gloria begegnet, deren Mann Marvin nach fast 23 Jahren Ehe spurlos verschwunden ist. Marvin lebt ganz in der Nähe, glücklich wie nie, in einem Obdachlosenheim und führt ansonsten den Haushalt von Nathan, einem anderen Liebes- und Seelenversehrten. Die Frau des jungen Marktforschers beging Selbstmord. All das ahnt Gloria nicht. Und eigentlich ist sie auch gar nicht sicher, ob sie Marvin wiederhaben will - so langsam gewöhnt sie sich an ihre neue Freiheit. Unterstützt wird sie dabei von Quiek, den sie in einem Schwimmbad kennen lernt. Von diesem smarten Stationsarzt lernt sie nicht nur das Schwimmen, sondern irgendwie auch das Über-Wasser-Halten. Der smarte Stationsarzt, sensibel und einfühlsam, ist dabei, sich in Tash zu verlieben, obwohl sie ihm bei seiner Einladung zum Kaffee einen Korb gab. Tash wiederum stellt sich für einen Job bei Nathan vor, was beim nächsten Treffen mit Hen für weiteren Gesprächsstoff sorgt ...
Ohne zu beschönigen oder zu moralisieren, aber mit großer Eleganz, beschreibt die walisische Autorin Abi Morgan, die sich seit ihrem Debüt 1996 einen festen Platz in der ersten Garde neuerer britischer Dramatik erobert hat, witzig und präzise unser heutiges Leben, das sich zunehmend allein abspielt oder in verqueren Paar-Beziehungen. Ein faszinierend verschachteltes Stück mit einem ganz eigenen unsentimentalen Ton. Es ist komisch, traurig, kompliziert, befremdlich, spannend, poetisch - vor allem aber ist es eindringlich.
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